Beschichtungs-und Reparatursysteme - Industrieböden - Bodenbeschichtung - OS-8

Notizen

...neulich in einer Tiefgarage.

Das Logbuch für Industrieböden.

 

Hier finden Sie kurze Anmerkungen, technische Beobachtungen und Lösungen direkt vom Ort des Geschehens. Ein Einblick in die Praxis der Sanierung und Instandhaltung – für alle, die wissen wollen, worauf es beim Boden wirklich ankommt.


Notiz vom 28. März 2026

Ich war heute in einem Objekt, Baujahr 2017. Eigentlich noch kein Alter für eine Tiefgarage, aber der Zustand sagt etwas anderes. Vor neun Jahren dachte man wohl, man könnte beim Boden sparen: Ein Malerbetrieb hat den Beton einfach mit einer Bodenfarbe „angestrichen“.

Das Ergebnis heute: An den Fahrspuren und dort, wo die Reifen drehen, löst sich die Farbe fladenweise ab. Warum? Weil eine Farbe keine Beschichtung ist. Ohne professionelle Untergrundvorbereitung (Kugelstrahlen/Schleifen) geht keine chemische Verbindung zum Beton ein. Das ist aber nur das optische Problem.

Viel schlimmer ist das, was man auf den ersten Blick nicht sieht: Es fehlen die Hohlkehlen. Man hat lediglich einen 10 cm hohen Sockel an die Wand gepinselt. Da der Boden ein Gefälle zur Wand hat, läuft das Tausalzwasser der letzten Winter ungehindert in die Boden-Wand-Fuge. Auch die tragenden Stützen stehen schutzlos im Spritzwasserbereich.

Mein Fazit vor Ort: Hier ist die Schädigung der Bausubstanz vorprogrammiert. Wenn Wasser und Salz erst einmal die Bewehrung in der Fuge erreichen, wird aus einer günstigen Malerarbeit eine teure Betonsanierung. Ein OS-System muss abdichten, nicht nur gut aussehen. Wer hier am Anfang spart, zahlt am Ende doppelt – mindestens.


Notiz vom 28. Januar 2026

Der Winter hat die Stadt voll im Griff. Draußen ist es nasskalt, aber das eigentliche Problem spielt sich drinnen ab – auf dem Boden. Jedes Fahrzeug, das heute reinfährt, schleppt kiloweise Schneematsch und eine hochkonzentrierte Tausalz-Brühe mit sich.

Ich habe mir heute ein Objekt angesehen, bei dem der Beton förmlich um Hilfe schreit. Das Problem: Die aggressive Salzfracht wandert mit dem Schmelzwasser in jede noch so kleine Pore. Wenn das Wasser verdunstet, kristallisert das Salz aus, dehnt sich aus und sprengt den Beton von innen auf. Wer hier nur mit dem Besen drübergeht, übersieht den chemischen Angriff auf die Substanz.

Viele Eigentümer hoffen, dass der Winter schnell vorbeigeht. Aber der Schaden passiert jetzt, in dieser Sekunde. Wir müssen hier radikaler denken: Ein Industrieboden ist kein passiver Untergrund, er ist ein aktives Schutzsystem. Wenn die Versiegelung nicht steht, frisst das Salz das Kapital weg – bis an die Bewehrung. Mein Rat: Nicht auf den Frühling warten, sondern jetzt die Schwachstellen sichern, bevor der Beton „ausblüht“.